Tempelhof-Befürworter als „Ewiggestrige“ und „Rosinenbombergeneration“ zu bezeichnen,
ist eine sehr simple polemische Strategie.
Die Befürworter der Offenhaltung Tempelhofs sind zukunftsorientiert, denn sie berücksichtigen
- das Kapazitätsproblem von BBI
- die bereits bestehende Überlastung des Flughafens Tegel
- die Entwicklung der Fluggastzahlen der letzten Jahre
- den Standortvorteil des Flughafens Tempelhof für die General und Business Aviation als Wirtschaftsfaktor für Berlin
- das fragwürdige Nachnutzungskonzept des Senats unter Kostengesichtspunkten.
Die Tatsache, dass der Flughafen Tempelhof der älteste Flughafen der Welt ist, gegründet von Dr. Leonard Adler, der auch der Begründer der Berliner Verkehrsbetriebe – also unserer BVG – und der Messegesellschaft Berlin war, wäre für viele Metropolen der Welt ein Grund, den Flughafen zu erhalten.
Die Gebäude von Ernst Sagebiel stehen unter Denkmalschutz.
Im Denkmalschutzgesetz von Berlin steht unter § 1 – Aufgaben -:
► (1) Es ist Aufgabe von Denkmalschutz und Denkmalpflege, Denkmale nach
► Maßgabe dieses Gesetzes zu schützen, zu erhalten, zu pflegen, wissenschaftlich zu
► erforschen und den Denkmalgedanken und das Wissen über Denkmale zu verbreiten.
Die Flughafenanlage wurde von der Bundesingenieurkammer als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ zur Auszeichnung vorgeschlagen.
Im Dezember 2007 wurde bei der UNESCO in Paris ein Antrag auf Aufnahme des Flughafen Tempelhofs in die Weltkulturerbe-Liste gestellt.
Ein intakter Flughafen ist die beste Denkmalpflege!
Es ist also keine Nostalgie, sich mit der Geschichte des Flughafens zu beschäftigen, sondern ein gesetzlicher Auftrag.
Wenn ältere Berliner und Berlinerinnen, die die Blockadezeit miterlebt haben, den Alliierten für die Luftbrücke noch heute dankbar sind, ist das eine menschlich zutiefst achtbare Haltung. Diese Dankbarkeit zu verunglimpfen ist verachtungswürdig.
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